4 Holzvermessung - Sortierung

4.2 Fotooptische Vermessung von Holz – Was will ich damit; und welches Verfahren passt für meinen Wald?

Fotooptische Verfahren zur Vermessung von Holz gewinnen zunehmend an Akzeptanz. Sie werden schon heute in Landesforstverwaltungen genauso wie in Privatforst betrieben zur einfachen Ermittlung eines kostengünstigen und transparenten Kontrollmaßes an der Waldstraße eingesetzt. Erste wissenschaftliche Untersuchungen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) zeigen die hohe Genauigkeit der Systeme im Vergleich zum manuell erhobenen Sektionsraummaß. Nachdem die Vermessungssysteme eines Herstellers (sScale vom Hersteller Dralle) von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig 2015 konformitätsbewertet wurden, ist die Diskussion zur Anerkennung von Systemen anderer Hersteller in vollem Gange.

Durch die gleichzeitige Erfassung von weiteren Kennwerten (z. B. GPS Koordinaten der Polter) sind damit in Kombination mit einer dokumentierten Vermessung die Voraussetzungen für eine einfache Integration dieser Verfahren in die Holzbereitstellungskette gegeben, mit deutlich reduzierten Medienbrüchen und dadurch einem vereinfachten und weniger fehleranfälligen Transfer der notwendigen Daten und Informationen vom Wald bis ins Werk.

Immer häufiger wird deshalb in der Praxis nicht mehr darüber diskutiert, ob fotooptische Verfahren grundsätzlich zur Vermessung von Holzpoltern genutzt werden sollen, sondern vielmehr darüber, welche Verfahren zu mit welchem Zweck optimalerweise zum Einsatz kommen sollten. Die Unterschiede in den Verfahren sind vor allem in der verwendeten Hardware zu finden (Wird ein dezentraler Ansatz mit mobilen Geräten bevorzugt oder die zentralisierte fahrzeugbasierte Vermessung der Polter mit wenigen Gerätenutzern?), in den benötigten Funktionen (Reicht das Zählen der Stämme aus, oder sollen auch Volumina abgeleitet werden?), oder auch in der Art der Datenbe- und -verarbeitung (Auswertung der Fotos durch den Nutzer/die Nutzerin am eigenen Gerät oder durch externe Dienstleister?). Auch die Rechtssicherheit der Vermessungsergebnisse wird eine wichtige Rolle spielen, wenn künftig Holz, das fotooptisch vermessen wurde, in den geschäftlichen Verkehr gebracht wird.

Deshalb wird am Exkursionspunkt „Holzvermessung“ ein umfassender, die oben genannten Fragestellungen abdeckender Vergleich der einzelnen Systeme im Vordergrund stehen. Die Besucherinnen und Besucher haben, koordiniert und angeleitet durch die HNE Eberswalde und unter Mitwirkung der Hersteller die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze und Systeme zur fotooptischen Maßermittlung von Holz vergleichbar zu diskutieren und zu testen, um so die für ihre jeweiligen Anforderungen und Bedürfnisse am besten geeignete Lösung zu finden.

 
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